Kurt Beck schreibt für die Luzerner Zeitung:

In Luzerner Galerien sind derzeit Werke von Irene Naef und Otto Lehmann zu sehen – bewegte Malerei und handfestes Handwerk.

Malerei bewegt sich nicht. Was früher galt, ist heute dank neuer Technologien überholt. Angesichts der Arbeiten von Irene Naef (55) im Ausstellungsraum der Hilfiker Kunstprojekte in Luzern ist die Erkenntnis unvermeidlich: Und sie bewegt sich doch. Mal so langsam zwar, dass die Bewegung kaum sichtbar ist, manchmal so schnell wie ein Jet, der seine weisse Spur in den blauen Himmel zieht.

Die Luzerner Künstlerin malt ihre Bilder am Computer. Im eigentlichen Sinn sind es Videos, die allerdings keine Geschichten erzählen, sondern in denen reale Phänomene durch Kombination und Überlagerung zu abstrakten Mustern verdichtet werden.

Zu bewegten Bildern verarbeitet

Aufnahmen von Wasserwirbeln, Spiegelungen, Schaumbläschen, aber auch von Rasenstücken, aufgewirbelten Blättern, Regentropfen oder eben auch von einem Jet am Himmel sind das Ausgangsmaterial, das die Künstlerin durch verschiedene technische Manipulationen zu bewegten Bildern verarbeitet. Durch Beschleunigung oder Verlangsamung der einzelnen Sequenzen, durch eine neue Farbgebung und vor allem durch das Zusammenschneiden der verschiedenen Motive werden die realen Abbilder verfremdet und in vielschichtige und vieldeutige Abstraktionen transformiert. So wird harmloser Seifenschaum zu einem mächtigen Lavastrom, der endlos aus einem Vulkankrater quillt.

Doch es sind nicht Hektik und Dramatik, welche die neuen Arbeiten von Irene Naef so besonders machen. Es ist die meditative Grundstimmung, die zu kontemplativer Betrachtung einlädt, welche die bewegte Malerei auszeichnet. Speziell ist auch das Format der Bildschirme, auf denen die Malerei erscheint. Es entspricht den Massen eines Handys. Die Bildschöpfungen der Künstlerin wären also handytauglich […]

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