Na ja, das hab ich ja selbst miterlebt, diese 60er und 70er Jahre. Das Interessiert mich im Nachhinein nicht mehr so: Vorwärts zu neuen Pfaden …

Das waren so meine Gedanken zu dieser Ausstellung im Kunsthaus Aarau. Aber nachdem ich von links und rechts  und immer wieder auf eine äusserst spannende Ausstellung aufmerksam gemacht wurde, konnte oder musste ich nach Aarau pendeln.

Die Werke, die in der Zeit der Pop Art entstanden sind, gehören in Nord-Amerika zu den bekanntesten und wichtigsten der jüngeren Kunstgeschichte. Denken wir nur z.B. an die Campell’s Suppendosen eines Andy Warhol oder an die an Comic-Bilder erinnernde Malerei von Roy Lichtenstein.

Die Pop Art gilt auch als eine der bedeutendsten internationalen Strömungen der Nachkriegskunst. Und auch die Schweizer Künstler machten mit. Wunderbar z.B. der Pudding von Peter Stämpfli oder das Auto, Fulvia um 1968 von Markus Müller.

Es ging den Künstlern dabei nicht nur um eine neue Kunstrichtung, sondern auch um das Celebrieren einer neuen Lebenshaltung. Die Bilder basieren auf zweidimensionalen Vorlagen aus den Medien, Comics oder Werbung. Die Wand mit den Plakaten am Eingang der Ausstellung zeigt dies sehr schön.

Ja, vielleicht ist es ein déjà vue für Sie, der Eierteppich von Herbert Distel, aber ein guter. Die Polyesterplastik, die an  die Food-Objekte eines Claes Oldenburg erinnert oder auch an die konsumfreudige Präsentation heutiger Lebensmittel in Supermärken, ist immer noch ein Hingucker. Ja und es sind eben viele dieser Hingucker, für die es sich lohnt, nach Aarau zu pendeln. Machen doch u.a. auch folgende Künstler mit: Friedrich Kuhn, Susi und Ueli Berger, Rosina Kuhn, Albert Siegenthaler, um nur einige wenige zu nennen.

Die Ausstellung im Aargauer Kunsthaus dauert noch bis 1.10.2017

Beitragsbild: Markus Müller, Lahco, 1970, Öl auf Baumwolle, 150 x 165 cm, Aargauer Kunsthaus, Aarau