Alle Jahre wieder – oder doch nicht?

Die letzten Tage waren ausgefüllt mit Museums- und Galeriebesuchen.
Es war dringend, denn verschiedene Weihnachtsausstellungen gingen dem
Ende entgegen. Na, meine Begeisterung wurde nicht aus ihren Grenzen bugsiert,
ich habe nicht viel Neues entdeckt, dafür viel Belangloses und kaum Berührendes.

Frisch und neu im Aargauer Kunsthaus: René Fahrni geb. 1977, der dies-
jährige Gastkünstler, zeigt spannende Arbeiten aus einfachen Materialien wie
Holz, Gips, Kleister, Haseldraht. Diese verarbeitet er mit grossem Geschick zu
Tanksäulen, Offices, Segelschiffen oder Wagenrädern. Herausragend seine
Tankstelle, die wie eine Karikatur lebensgross im Raum steht. Man ist versucht,
den Tankschlauch zu suchen.

Dann St. Gallen: «Elementare Malerei», ein vielversprechender Titel, eine Aus-
stellung, die mich interessierte. Es geht hier um die Grundlagen der Malerei,
um ihre wesentlichen Elemente und wie diese von den zeitgenössischen Kunst-
schaffenden eingesetzt werden. Gelungen das Konzept der Ausstellung, schön
und sorgfältig inszeniert. Was mich etwas irritiert sind die Jahrgänge der aus-
gestellten Werke. So zeigen Patrick Rohner und John Armleder Werke aus den
Jahren 1995, 2001 sowie 2002, Christoph Rütimann aus dem Jahre 2009, Adrian
Schiess aus 1995. Auch die wunderschöne Arbeit von Marcia Hafif aus dem Jahre
1998 hätte ich gerne gegen eine neuere Arbeit ausgetauscht gesehen.

Immerhin: Beni Bischof, Christian Vetter, Heimo Zobernig und Reto Boller zeigen
neuere Arbeiten, und das macht Freude. Der Raum mit den Arbeiten von Reto Boller
und Urs Frei macht gar den Ausflug alleweile lohnenswert. Ja und im Obergeschoss
findet sich die fantastische Ausstellung der 1979 geborenen, in Berlin lebenden Künstlerin
Alicja Kwade.

Ja das muss ich einfach sagen: hingehen und diese Ausstellung anschauen. Die Künstlerin
verwendet alltägliche Gegenstände wie Uhren, Lampen, Spiegel oder andere handelsübliche
Materialien und verwandelt diese mittels einem philosophisch-naturwissenschaftlichen
Gedankengut zu zum Teil spektakulären «Arrangements».

Beitragsbild: Studiobesuch bei Alicja Kwade, von Sabine Weier

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