Vincent Kriste

Geb. 1979 in Zürich

Malerei ist ziemlich absurd, je mehr sie sich der Wirklichkeit nähert, desto absurder wird sie.

… sagt Vincent Kriste zu seiner Arbeit.

Ich habe den Künstler im November 2019 in seinem Atelier besucht und mich mit ihm über seine neuesten Arbeiten unterhalten. Es handelt sich dabei um drei Bilder aus der Serie «Materialisationen». Wie immer geht es dem Künstler um die Wahrnehmung des Bildes (Postkartenidylle beim Landschaftsbild, Teppich in Wellenform und die «gepinselte» Erklärung dazu durch den Künstler selbst).

Die Landschaft ist eingebettet in ein marmorisiertes Passe-Partout und wird umrahmt durch den wellenförmigen Rahmen als Bildträger. Der Rahmen und das Passe-Partout weisen auf die Bedeutung des Bildinhalts hin, die Landschaft, die weit in der Ferne erscheint und zur irritierenden Malerei des Teppichs führt, der seinerseits wiederum die Wellenform  der Landschaft übernimmt. Das Bild als Auslöser gewisser Erwartungen und Präsenz beim Betrachter, das Bild aber auch als Vision, von den Motiven her zurückgreifend in die «Kiste» der klassischen Malerei, denn Kunst soll auf verschiedenen Ebenen berühren.

Vincent Kriste ist und bleibt ein Materialfetischist, ein Malereiforscher und Augentäuscher. Die Präzision, mit der er sich an die Nachbildung der Wirklichkeit macht, lässt seine Malerei unweigerlich in die Nähe des Tromp l’oeil rücken. Aber die perfekte Illusion interessiert den Künstler nur bedingt. Spannend findet Vincent Kriste die Möglichkeit und Erforschung der Möglichkeiten der Malerei. Bilder zu schaffen, die als Modelle ihrer eigenen Ambivalenz funktionieren.

Ausbildung

  • Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel
  • Grafikfachklasse und Studiengang Kunst
  • Atelier-Stipendien in Havanna, Leipzig und Paris

Orte

  • Kunsthaus Baselland
  • Kunst(zeug)Haus Rapperswil
  • Plattform 08
  • Museum Bärengasse
  • Werke in privaten und öffentlichen Sammlungen