Sinnesreize

Ausstellung Silvia Gertsch, Kunstmuseum Bern

«Während zeitgenössische Malerei grösstenteils entweder konzeptuell die Grenzen des Bildobjekts und den Einfluss der digitalen Bilderflut befragt, sich den Kunstkanon vornimmt, […] widmet sich die Malerei von Silvia Gertsch und Xerxes Ach dem Akt der sinnlichen Wahrnehmung», das schreibt das Kunstmuseum Bern zur Doppel-Ausstellung des Künstlerpaars.

Silvia Gertsch finde ich seit Jahren eine spannende Malerin, die es lohnt, sie in ihrem künstlerischen Weitergang zu begleiten. Ihre Technik: die Hinterglasmalerei. Für mich zu den schönsten Bilder zählen die Bade-/Sommerszenen aus den Jahren 2003 bis 2014. Die Wasserspiegelungen, immer wieder ein faszinierendes Spiel, erinnern mich auch an frühe Aquarelle von Hugo Suter, den Aargauer Künstler. Auch er beherrschte das malen der Wasserfläche des Hallwylersees in einer einzigartigen Stimmung von flimmerndem Licht und Unbeschwertheit. Offenbar basieren die Bilder von Silvia Gertsch auf Fotos junger Menschen aus dem täglichen Leben.

Es ist aber auch interessant, die Anfänge der Künstlerin aus den Jahren 1990-1993 wieder zu sehen, die Selbstbildnisse. Sie zeigen die Künstlerin mit knapp angedeuteten Gesichtszügen in fast grellen Farbtönen grün-rot. Ja ich denke, ein genaues Hinschauen, Hineinfühlen, sich daran freuen lohnt sich hier allemal.

Die Ausstellung dauert noch bis 21. Februar.

Beitragsbild: Silvia Gertsch, St. Stephen’s Cathedral III, 2013. Öl hinter Glas, 86 x 145 cm

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