«Das Unsichtbare sehen»: Dampfende Wahrnehmungen.

Die Ausstellung von Nakis Panayotidis «Das Unsichtbare sehen», ebenfalls im Kunstmusem Bern, ist für mich grossartig. Der Künstler gehört in die Schule der «Arte Povera» … ja man mag diese eben, oder eben nicht. Der im Jahr 1947 in Athen geborene Künstler verliess sein Heimatland 1966 und begann ein Architekturstudium in Turin. Dabei lernte er die Künstler der Bewegung «Arte Povera» kennen. Seit 1975 lebt er in Bern.

Interessant sind seine Wahrnehmungs-Arbeiten. Um Wahrnehmung begreifbar zu machen und zu hinterfragen, greift er oft auf ein unkonventionelles Mittel zurück, den Dampf. Dieser wird erzeugt um Objekte einzuhüllen und zu vernebeln. Auch die Neonschriften nehmen im Werk von Nakis Panayotidi einen besonderen Stellenwert ein. So werden die Besucher in der Aussstellung mit den Worten «Diventi quello che sei», geschrieben in Neon in griechischen Lettern, empfangen: Du wirst,
wer du bist, abgeleitet von Nietzsches Worten «Wie man wird, was man ist». Mythos und Alltäglichkeit, Wirklichkeit und Illusion sind wichtige Inhalte im Schaffen dieses Künstlers. Indem er auf Altes zurückgreift, um es wieder neu zu schaffen und zu verändern und somit neu zu präsentieren, kreiert er jedes Mal neue Wahrnehmungen.

Und das ist spannend.

Beitragsbild: Nakis Panayotidis, My time is not your time, 1989 – 2014. Schubkarre, Sand, Wecker, Kerze, 60 x 155 x 57 cm

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