Christine Knuchel

geboren 1944 in Zürich

Neu entstehen seit 2009 grosse Wiesenstücke.

Es sind minutiös gemalte Blicke in frühsommerliche Wiesen. Sie als fotorealistisch zu bezeichnen trifft die Vorgehensweise der Künstlerin nicht, denn die von ihr aufgenommenen Fotos sind nicht auf die Leinwand projiziert.

Sie dienen ihr lediglich als eine Art Vergewisserung der kurzen Zeitspanne, in der sie diese selbst betrachten durfte. Originaltreue ist dabei nicht zwingend.

Ohne zu zögern verändert sie Proportionen oder sie lässt hinter der Wiese einen Wald wachsen, wo vor Ort eigentlich Obstbäume stünden.

Ausbildung

Viermaliger Kuratoriumsbeitrag Kanton Aargau
Stipendium Atelier der Konferenz der schweizer Städte
Besuch der Hochschule für Gestaltung in Zürich
9-monatige Reise durch Peru, Ecuador und Kolumbien
6-monatiger Aufenthalt in Ägypten

Orte

Kunsthaus Thun
Kunsthaus Aarau
Kunsthausfoyer Zürich
Museum Allerheiligen Schaffhausen
Camden Art Center London

Ihre Werke befinden sich in zahlreichen Museen und öffentlichen und privaten Sammlungen.


«Gedanken zu meiner Arbeit

Es ist insofern schwierig, etwas über meine Arbeit zu sagen, weil das, was meine Arbeit betrifft, sich im nonverbalen Teil des Gehirns abspielt. Das beginnt beim Moment, wo ich mich entscheide, etwas zu malen. ich habe festgestellt, dass es Anblicke gibt, die in mir ein Glücksgefühl auslösen. Ob es mit der Beleuchtung, den Farben, Formen und Strukturen zusammenhängt, weiss ich nicht. Tatsache ist: Es wird Endorphin ausgeschüttet.-

Das zweite, dass ich dann den Wunsch verspüre, diesen Anblick zu malen, ist mir ebenfalls unerklärlich. Wieso sich diese grosse Arbeit machen? –

Das dritte, die Ausführung des Vorhabens, ist eine Tätigkeit, die ebenfalls nichts mit Worten zu tun hat: Ich sitze vor der Leinwand und male abstrakte Formen: Linien, Kreisähnliches, Dreiecksähnliches etc. Wenn man ein paar Schritte wegtritt und hinschaut, sieht man, dass es sich um eine Wiese handelt. Interessanterweise erzählen Betrachter oft, dass das Anschauen meiner Wiesen bei ihnen ein Glücksgefühl auslöst, wobei wir wieder beim Anfang wären: Auch sie wissen nicht, weshalb. Ich nehme an, dass diejenigen Orte im Gehirn, welche nichts mit Worten zu tun haben, schlechter erforscht sind, als das Sprachzentrum; und: Wer möchte schon malen wie er sein Osterwochenende verbracht hat, wo es doch viel einfacher ist, davon zu erzählen.

Deshalb macht es keinen Sinn über meine Bilder zu reden, man muss sie anschauen.»

– Christine Knuchel