Selbstbezogene Wahrnehmungen

«Art is the better life», findet der 1947 im Luzernischen geborene und heute in München lebende Urs Lüthi. Seine Ausstellung in der Katz Contemporary in Zürich dauert noch bis 7. Mai.

Die Medien, deren sich der Künstler bedient, sind Fotografie, Skulptur, Video, Performance. So findet sich gleich beim Eingang der Galerie in dreifacher Aluminiumausführung der Künstler himself, erhöht auf einem Sockel, kurzbehost und mit Glatze – so wie man ihn kennt und seit Jahren wahrnimmt. Diese Verrenkungen der Gliedmassen soll nun mal einer nachmachen – mir gelang es jedenfalls nicht. Ist ja klar: die Glieder wurden zerschnitten und wieder neu, aber unnatürlich, zusammengesetzt.

In Erinnerung blieb vielleicht seine fotografische Arbeit «Lüthi weint auch für Sie» aus dem Jahre 1970, die nunmehr fortgesetzt wird durch ein neues Selbstportrait des Künstlers, das mit Fliegen überdeckt ist. Na ja, hin- und dann einfach wegschauen …

Seine frühen Arbeiten waren für mich noch voller narzisstischer Inszenierungen des jugendlichen schönen Künstlers, verlangten aber immer auch eine Selbstreflektierung des Betrachters. Heute sind dem Künstler offensichtlich andere Inhalte wichtig … Gehen Sie hin und ermöglichen Sie sich Ihre eigenen Entdeckungen und Wahrnehmungen.

Katz Contemporary, Zürich, vom bis 26. Februar bis 8. Mai 2016

Beitragsbild: Selfportrait BRACHLAND/WASTELAND, Urs Lüthi, 2014

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